Station 6: G.E.O.S., Halsbrücke: Vom Labor zur Großanlage
Am G.E.O.S.-Hauptsitz in Halsbrücke bei Freiberg erhielt die Gruppe Einblicke in praxisnahe Verfahren zur Behandlung, Trennung und Verwertung radioaktiv belasteter Materialien.
Am Hauptsitz in Halsbrücke bei Freiberg erlebte die Gruppe die breite fachliche Expertise von G.E.O.S., dem dritten deutschen RENO-TITAN-Partner. Das 1990 gegründete Unternehmen mit etwa 210 Fachleuten knüpft an eine knüpft an die Tradition des 1872 gegründeten Geologischen Landesdienstes Sachsens und des späteren VEB Geologische Forschung und Erkundung Freiberg an und deckt ein Spektrum von Geotechnik über Verfahrensentwicklung, Sanierung, Hydrogeologie, Geoinformatik bis zum Strahlenschutz ab. Diese Bandbreite macht G.E.O.S. zum kompetenten Partner, wenn technische, ökologische und rechtliche Fragestellungen zusammenspielen.
In einer Werkshalle für Verfahrenstechnik und Biotechnologie wurde der Weg von der Idee zur Pilotanlage und großtechnischen Umsetzung veranschaulicht. Zwei Praxisbeispiele standen im Fokus: die Stofftrennung einer Legierung und das Recycling belasteter Ionenaustauscherharze.
Beispiel 1: Recycling einer Magnesium-Thorium-Legierung
Eine Pilotanlage behandelt Bauteile aus einer Magnesium-Thorium-Legierung aus der Luft- und Raumfahrt. Da die Bauteile für eine Endlagerung zu groß und Magnesium zudem brennbar ist, wird versucht, das enthaltene Thorium (1-2 %) abzutrennen. In einem mehrstufigen Prozess wird die Legierung in Salzsäure gelöst, Thorium als Thoriumoxalat gefällt und mitgeführtes Radium mit Bariumsulfat abgeschieden. Übrig bleibt eine magnesiumhaltige Lösung zur stofflichen Verwertung, während die thoriumhaltigen Rückstände für die Endlagerung konditioniert werden.
Beispiel 2: Regeneration von Ionenaustauschern
In der Trinkwasseraufbereitung filtern Ionenaustauscher uranhaltige Spuren aus dem Wasser. Sind sie erschöpft, können sie bei G.E.O.S. regeneriert werden: Ein spezielles Verfahren setzt die Uran-Ionen vom Harz frei, das so weiter genutzt werden kann. Die uranhaltige Regenerationslösung wird separat fachgerecht behandelt. Dies spart Ressourcen und ermöglicht eine kontrollierte Handhabung der uranhaltigen Nebenströme.
Den feierlichen Abschluss der Studienreise bildete eine Zertifikatsverleihung im Freiberger Ratskeller, die den erfolgreichen Abschluss eines Lernprogramms würdigte, das Theorie, Labor und Praxis vorbildlich verknüpfte.

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